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Wehmut - aber keine Trennung für immer
Geschrieben von Judith Schmitz, Stadtspiegel Bottrop   
Saturday, 13 January 2007

Mit einem "großen Bahnhof" wurde Tim Wehrmaker an seinem letzten Tag in Uganda von seiner "Familie" und Freunden verabschiedet. Rund 20 Menschen begleiteten ihn zum Flughafen Entebbe, wo die Maschine wartete, die ihn wieder nach Hause bringen sollte.

Unterstützung für Mmanze geht weiter

"Das war schon ein wehmütiger Moment", erzählt Tim. "Nachdem ich eingecheckt hatte versammelten sich alle auf der Terrasse des Flughafens, um mir ein letztes Mal zu winken. Die Freude auf Zuhause kam so auch eigentlich erst später." Dass er möglichst bald nach Mmanze zurückkehren wird, steht für den 21-Jährigen fest. Doch jetzt wartet erstmal der Zivildienst.

Zur Zeit wird Kontakt mit Mmanze per e-mail gehalten, doch möglichst bald, so hat er versprochen, will Mulindwa Kigula William, Tims "Vater" in Uganda, zu Besuch nach Bottrop kommen. "Vielleicht klappt es ja schon im Sommer", hhofft tim. Dieser Besuch hat aber nicht nur persönliche Gründe. Mulindwa Kigula William (dies sind übrigens alles Vornamen, Nachnamen kennt man in Uganda nicht) wird nämlich die Spenden, die weiterhin aus Bottrop nach Mmanze fließen werden, vor Ort koordinieren. Während Tim in Uganda war, gründete sich hier der Verein "EdSense", der auch in Zukunft vor allem die Kinder in Mmanze unterstützen wird. In kurzer Zeit konnte schon soviel Geld nach Uganda überwiesen werden, dass davon ein toilettenbauprojekt an der Schule, der Kauf von Unterrichtsmaterial und Bällen aber auch von Schuluniformen finanziert werden konnte. An diesem Samstag geht ab 15.30 Uhr in der cAsA das erste Benefizkonzert für Mmanze mit sechs Bands über die Bühne. Dann wird auch Tim Wehrmaker dabei sein undn über seine Zeit in Uganda berichten - in der dort traditionellen Kleidung, dem Kaanzu, einer Art weißem Kleid, das in Uganda zu festlichen Anlässen noch immer getragen wird.

Natürlich hat tim im fernen Afrika mitbekommen, was sich hier getan hat. "Ich bin begeistert und sage im Namen aller Dorfbewohner von Mmanze vielen Dank." 

Die Zeit in Uganda hat tim auch einige Erkenntnisse gebracht, mit denen er nicht unbedingt gerechnet hatte. "Ich habe den Deutschen in mir erkannt", räumt er ein. Chaos, Umweltverschmutzung, Unpünktlichkeit, schlechte Organisation - der Kirchhellener hat sich oft genug darüber geärgert, um ein paar der berüchtigten "deutschen Tugenden" mehr zu schätzen als früher. Eienr Sache ist sich Tim aber ganz sicher: "Falls mein Leben in Deutschland scheitern sollte, gibt es immer mein Dorf im Urwald Ugandas, das mich liebend gern beheimaten würde."