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Spenden kann so einfach sein: Schenken Sie den Schulkindern Ihre Payback-Punkte!

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Nbalamusiza abantu!

Ich grüße euch Leute!

Zunächst möchte ich mich entschuldigen, weil ich letzte Woche keinen Bericht gesendet habe! Jedoch war ich zu müde, da ich übers Wochenende in Jinja, der zweit größten Stadt Ugandas war. Ich war dort, um einen anderen Deutschen bei einem Waisenhausprojekt zu unterstützen. Er hat dort ein Heim für elternlose Kinder gebaut und braucht noch Freiwillige, die helfen den Garten auf Fordermann zu bringen. So haben wir den Garten entrümpelt, einen Sandkasten gebaut, alles umgegraben und Rasen gepflanzt! Ich, der überhaupt gar nicht körperliche Arbeit gewohnt ist, bin danach tot ins Bett gefallen.

Also erzähle ich Euch nun die Ereignisse von zwei Wochen! Bevor ich mit dem Fußballtraining angefangen habe, gab es erst mal ein Spiel zu betrachten. Die Mannschaften heißen Kabaale FC, das Team werde ich trainieren, und FC Masulita. Es ging 1:1 aus. Jedoch hätte Masulita gewonnen, wenn die Latte des einen Tors nicht super krumm gewesen wäre. Ein Freistoß ging direkt in den Knick, doch leider hatte der Baum, der die Latte war, dort auch einen mächtigen Knick! Dumm gelaufen. War aber sehr amüsant!

Als dann am Montag (25.09.2006) der Unterricht wirklich begann, fiel mir auf, dass kein Lehrer sich an den Stundenplan hält! Sie unterrichten immer was ihnen gerade passt! Was für ein Chaos! Nach längerer Diskussion sind wir dann übereingekommen, dass es doch besser wäre die Kinder nach dem Stundenplan zu unterrichten, damit sie von allem etwas lernen! Ich musste erstaunt feststellen, das manche Kinder der 4. Klasse nicht mal das Alphabet beherrschen, weil sie anscheinend seit einiger Zeit kein Lesen hatten. Seit diesem Term beginnt die Schule hier wieder nach englischem Vorbild mit einer Assembly, das heißt alle Kinder und Lehrer versammeln sich und dann wird gebetet und die Nationalhymne gesungen. Deswegen kann ich jetzt auch schon die ugandische Nationalhymne.

Meine älteste Gastschwester Stella hat Malaria bekommen und es sah zwischendurch echt ernst aus, weil sie nicht mehr laufen konnte geschweige denn sprechen. Sie hat ca. 5kg abgenommen in der letzten Zeit. Zum Glück ist sie jetzt wieder auf dem Weg der Besserung. Man sagt hier trotzdem, dass Malaria nicht so schlimm ist, weil jeder es mindestens alle 2 Jahre bekommt. Die Medikamente dagegen werden von der Regierung zum Glück auch kostenfrei ausgegeben. Am Freitagabend in Jinja habe ich mir zunächst eine Crusade angeschaut. „Crusade“ heißt wörtlich übersetzt „Kreuzzug“. Es geht dabei auch wirklich um Bekehrung nicht gläubiger Menschen. Es wird auf einer Bühne zu extrem lauter Musik getanzt und vor der Bühne steht eine Menschenmenge. Zwischen den verschiedenen Tänzen schreit ein so genannter Priester dann Segen und Aufforderungen in ein Mikrofon (genau wie die Musik ziemlich laut). Das geht ca. 4 Stunden so und danach wird man angehalten so viel Geld wie möglich für seinen Seelenfrieden zu spenden. Was auch ziemlich Viele eifrig machen. Ich habe mein Seelenfrieden lieber durch schnellst mögliche Flucht erlangt. Am Samstag und Sonntag haben wir besagten Garten des Heims hergerichtet (ich hab jetzt noch Blasen an den Händen).

Fotostrecke


Zum Vergrößern der Bilder, klicken Sie bitte auf das entsprechende Bild.
In Jinja habe ich auch erfahren, dass ich am 3. Oktober zum Tag der deutschen Einheit eingeladen bin. Das war Dienstag. Auf der Einladung war extra der Vermerk „Anzug“ zu lesen. Woraufhin ich mir auf dem Markt hier einen 1a Anzug gekauft habe. Er hat nur 4 Euro gekostet und ich finde er ist ein Schmuckstück. Eigentlich sollte man anbei mich in ihm bewundern können, jedoch gibt es hier im Internetcafe leider Probleme. Vielleicht kann ich das nachliefern. Nun aber zur Schlipsträger-Party: Frei essen, frei trinken. Es gibt Schlimmeres! Ich habe dort einige junge Menschen aus Deutschland getroffen, die ähnlichen Tätigkeiten nachgehen. Sowie einige Deutsche, die schon einige Jahre hier leben und gar nicht mehr weg wollen. Es waren auch einige Einheimische dort mit denen mich nun ein wenig in Luganda unterhalten konnte. Man war beeindruckt von meinem Luganda und ich musste einigen Deutschen ein paar Phrasen beibringen. Ich weiß Eigenlob stinkt, aber wenn man sich 2 Monate nur mit Hilfe eines Wasserkanisters, den man sich über den Kopf hält, wäscht, fängt man eben an zu stinken! Auf der Party hat man auch wichtige Menschen getroffen, wie natürlich den deutschen Botschafter Herr Dr. Mühlen und ein paar Parlamentsmitglieder aus der Gegend. Ich hatte die Möglichkeit eine Begleitung mitzunehmen. Das war mein Gastvater Mulindwa William, der sich sehr freute. Besonders glücklich war er über das Kennenlernen der Parlamentsabgeordneten für den Distrikt Kampala. Er kannte ihre Stimme aus dem Radio und da er selbst Politiker ist (an etwas geringerer Stelle) mag er solche Bekanntschaften. Da diese Party länger als 8 Uhr ging konnte ich dienstags nicht mehr in mein Dorf zurückkehren. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind ab 20 Uhr nicht mehr unterwegs.

Zurück in der Idylle meines kleinen Dorfes musste ich den Rest der Woche die Klassen 3 und 4 parallel unterrichten, da 2 unserer 5 Lehrer einfach nicht mehr erschienen. Das ist so, weil sie kein Geld für ihre Tätigkeiten bekommen und somit manchmal die Zeit lieber nutzen um Nahrung anzupflanzen. Sie müssen halt zunächst an ihre Familien denken. Gestern Abend war hier Vollmond und ich habe ein kleines Spiel kennengelernt, das „Mann im Mond“ heißt. Es ist eine kleine optische Täuschung. Man stellt sich ins Mondlicht und schaut ca. 2 Minuten seinen Schatten im Mondlicht an. Danach schaut man hoch und sieht diesen Schatten immer noch nur weiter oben! Das ist dann nicht mehr der Schatten von einem Selbst, sondern der Schatten vom „Mann im Mond“. Zu meiner Wohnsituation wollte ich noch sagen: „Ich lebe in einem Zoo!“ Ich meine damit, dass ich mit sehr vielen verschiedenen Tieren unter einem Dach lebe. Wir haben jede Menge Spinnen, mind. 3 Bienenarten, Kakerlaken, Ratten, Ameisen, Fliegen (und Moskitos) sowie Fledermäuse. Alle, die ich vergessen habe mögen mich heute Nacht beißen. Na ja aber eigentlich gewöhnt man sich schnell daran und schließlich habe ich auch ein Mückennetz.

Das war’s schon wieder! Ich wünsche Euch wie immer alles Gute!

Tujakulaba momwezi ssatu! (Wir werden uns in drei Monaten sehen)

Bis nächste Woche, ggulu ddene Tim