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Kleine Fortschritte

Ich werde dieses Jahr echt nicht in Weihnachtsstimmung kommen, denn hier ist es so schön warm und keiner schmückt Häuser oder backt Kekse, aber die Menschen fangen an sich tolle Kleider für das Fest der Liebe zu nähen oder nähen zu lassen. Meine Gastmutter ist auch jeden Abend bis spät in die Nacht fleißig. Ich komme übrigens gerade aus dem Regenwald. Dort war es wirklich sehr schön: riesige Bäume, menschenleer, Urwaldstimmung. Zeitweise fühlte ich mich an Jurassic Park erinnert. Ohne Dinos, dafür aber Affen, Vögel und  ganz viele Schmetterlinge.

Es war wirklich sehr angenehm, mal so ganz in der Abgeschiedenheit und Ruhe zu sein, denn ansonsten muss ich schon immer 100 Prozent Power haben. Als Weiße wird man überall angesprochen und zum Essen eingeladen.  Auch in der Hauptstadt muss man auf alles Mögliche Acht geben, vor allem da der Verkehr ziemlich krass und die Fahrer zum Teil sehr rücksichtslos sind. Ich habe also das Wochenende richtig zum Ausspannen genutzt.

Unser Fußballspiel am Freitag war wirklich toll. Es ist 1:1 ausgegangen und die Kinder hatten jede Menge Spaß. Ich habe zum Schluss meine Fußballerfiguren verteilt und bin dabei von den Kindern fast zerquetscht worden. Die haben sich regelrecht um die Figuren gerissen. Für die Kleinen ist jede Art von Spielzeug ein totales Highlight, denn sie haben in der Regel keines. Sie spielen mit den Dingen, die sie in ihrer Natur finden können (Stöcke, Steine etc.), Hinkelkästchen ist zum Beispiel sehr beliebt. So war das schon heftig mit anzusehen, wenn manche Kinder leer ausgehen mussten, aber für die anwesenden 200 war einfach nicht genug da.

An der Schule selber kommt zur Zeit richtig Bewegung rein. Die neue Kochstelle wird zur Zeit gebaut, damit die Kinder auch bei Regen und Mittags etwas Warmes in den Bauch bekommen. Ferner wird nun endlich das Toilettenprojekt aus Tims Zeiten fertiggestellt, bisher konnte nämlich bloß eine der Toiletten genutzt werden. Und wir basteln und malen fleißig für unsere Freunde in Deutschland.

Ich bin echt glücklich: Bisher bin ich völlig gesund geblieben, selbst das Essen vertrage ich gut. Keine Beschwerden also, bin ja zäh :-). Gut, die Krabbelviecher versetzen mich manchmal schon in Panik. Ich  kann nur froh sein, dass ich meine Fliegenklatsche habe und die meisten der Tiere nur ekelig aussehen, aber nicht gefährlich sind.

Die Verständigung klappt mittlerweile im Englischen sehr gut. Manche im Dorf sprechen aber auch nur Luganda und so habe ich immerhin gelernt, sie in ihrer Sprache zu grüssen und zu fragen, wie es ihnen geht. Für die Kinder an der Schule ist das Englische sehr schwer zu verstehen, so übersetzt manches Mal einer der anderen Lehrer. Ansonsten helfe ich mir mit Händen und Füßen weiter. Das Unterrichten ist nicht einfach, weil auch kaum Erfolge zu erkennen sind. die Kleinen tun sich schon sehr schwer, aber ohne oder mit wenig Materialien ist Lernen auch nicht einfach. So schreiben sie meistens von der Tafel ab ohne eigentlich richtig zu verstehen. Aber ich gebe mein Bestes!

Nächstes Wochenende fahre ich zu den Wasserfällen im Osten des Landes. Dieser Ort wurde mir wärmstens empfohlen. Die Wochenenden werde ich dazu nutzen, um so viel wie möglich zu sehen und zu erleben.

Ganz viele liebe Grüße und bis bald.

Kleine Info: Wir sind Euch hier jetzt um 2 Stunden voraus.